Bennis Reisetagebuch: Benni trifft Henry

Mittwoch, 4. Mai
Wir erinnern uns: Am gestrigen Dienstagabend kehrt das BOSF Team traurig dreinblickend aus dem Regenwald zurück. Alles Rufen hat nichts genutzt. Man hat Henry leider nicht gefunden. Nach der ersten Enttäuschung sammeln sich unsere neuen Freunde und rufen Benni mit einer Extra-Portion Zuversicht und lächelnden Gesichtern zu: „Morgen wird Henry da sein“ 
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„Wird Henry morgen wirklich da sein?“ fragt Benni – und Connie antwortet: „Ganz bestimmt“. 
(Morgen ist unser letzter Tag auf Borneo, bevor wir einen Tage später die 15.000 Kilometer Rückreise nach Deutschland antreten)
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Am frühen Morgen (Mittwoch, 4. Mai) ruft Björn im Hotel an und erklärt, dass das BOSF Team in den Regenwald aufgebrochen sei, um Henry zu suchen. Sobald sie ihn gefunden hätten und mit Bennis Patenkind zurück im Camp seien, würde man sich melden. Er selbst komme jetzt ins Hotel, um mit uns die restlichen Interviews für den Film „Benni meets Henry“ zu drehen. So starten wir voller Hoffnung in den Tag und nach dem Frühstück treffen wir uns mit Björn auf der Dachterrasse, wo bereits Kamera und Scheinwerfer aufgebaut sind. Schon seine erste Frage: „Wie war das alles für euch und für Benni?“ lassen Wehmut in dem Gedanken an den Abschied aufkommen. 
Plötzlich klingelt Björns Telefon: „Henry ist gefunden und ´überredet´ worden, mit ins Camp zu kommen. Ok, los gehts´“
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Schon beim Eintreffen im Camp lächeln uns alle entgegen und zeigen mit dem Daumen nach oben. Und zur großen Freude von Benni werden wir auf dem Weg zur Spielwiese auch noch von „Little Benni“ und seiner Ersatzmama begrüsst. Die Adoption des jetzt auf den Namen gerufenen Orang-Utan-Waisen „Benni“ haben wir bereits mit Pauline unter Dach und Fach gebracht. Schwerlich können wir uns vom Anblick dieses winzigen Wesens lösen. Erschreckend wird uns noch einmal klar, warum dieser „kleine Junge“ überhaupt hier im Camp ist. Denn auch seine Mama wurde getötet. 
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Das Team (mit der zweiten Person von links beginnend: Jamartin, Pauline, Björn, Denny, Sri) besprechen, wie die Begegnung von Benni und Henry statt finden kann – und das alles auch noch in den Film „Benni meets Henry“ einfließen soll. Ziemlich spannende Angelegenheit. Wir warten auf Anweisungen. 
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Wie schon in den Reiseberichten zuvor erläutert: 
Henry ist mittlerweile 6 1/2 Jahre alt und einer jener Orang-Utans, welcher in naher Zukunft sein ZuHause von der Waldschule auf die Quarantäne-Auswilderung-Insel wechseln wird. Henry hat fast alles gelernt, was er braucht, um bald in die Freiheit entlassen zu werden. An die Beziehung zu seiner Ersatzmama Sri wird sich Henry wahrscheinlich auf immer erinnern und sich ihr gegenüber auch bei einer späteren Begegnung im Regenwald in der von klein auf erfahrenen Art und Weise verhalten. Wie aber wird ein an Jahren fortgeschrittener Orang-Utan auf die Nähe eines völlig fremden Menschen (Benni) reagieren? Das fragen wir uns alle. Auch in diesem Moment können wir kaum glauben, dass man Benni diese Möglichkeit eröffnet. Wie schon mehrmals gesagt: „Es ist völlig unüblich, Fremde an Orang-Utans heran zu lassen“. 
Und mit Blick auf die Begegnung mit einem fast ausgewachsenen Orang-Utan-Männchen schießt es mir durch den Kopf: „Warum hat sich Benni seinerzeit nicht einen jüngeren Orang-Utan als Patenkind ausgesucht? Soll wohl alles so sein“, denke ich. Benni übrigens, zeigt keinerlei Anzeichen von Angst. 
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„Safety first“. Außer Benni und Papa Klaus verfolgen alle anderen Gäste aus Europa das Geschehen aus Denny´s Office. 
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Auf dem gesamten Gelände haben sich Mitarbeiter des BOSF Teams als Safety Team positioniert. Denn auch alle anderen kleinen und großen Orang-Utans der Waldschule sind mittlerweile zurück aus dem Regenwald und auf dem Playground eingetroffen – und machen das „Unternehmen Benni meets Henry“ einmal mehr zu einer Herausforderung.
„Was für ein Aufwand. Kaum zu glauben. Danke an jeden Einzelnen im Camp Nyaru Menteng“.  
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… und dann …
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Sri kommt mit Henry auf die Spielwiese. In sicherem Abstand dürfen wir mit erleben, wie Henry die persönliche Zuwendung von Sri genießt.  
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Wahrscheinlich wundert sich auch Henry, warum er heute einen ganzen Korb mit Köstlichkeiten und dazu „seine Sri“ ganz für sich alleine hat. 
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Übrigens: 
Die sehr sympathische Sri hat zusammen mit Björn, im Vorfeld zu Bennis Besuch, einen Video Clip unter dem Titel „Benni fliegt nach Borneo“ produziert und sich bravourös in Bennis geflügeltem Satz „Komm, wir machen mal was klar“ geübt. 
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Momente zum Genießen …
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Die Stimmung ist jetzt völlig entspannt und gelöst. Alle freuen sich …
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„Benni meets Henry – Henry und Benni begegnen sich – ein Herzenswunsch geht in Erfüllung“ 
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Als Belohnung erhält Henry noch einmal Kuschel-Einheiten von Sri. 
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Glückliche Gesichter am Ende eines ganz besonderen Tages und einer außergewöhnlichen Begegnung.
Danke -Terima Kasih an Jamartin (CEO BOSF), Denny (Leiter Camp Nyaru Menteng) und an das gesamte BOSF Team. 
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PS. 
Auch wenn die noch zu schreibende Reflexion auf die für unsere Familie so außergewöhnliche Reise mit so außergewöhnlichen Begegnungen noch folgen wird, sei das kurze Gespräch mit Denny während des Wartens auf Henry schon einmal wieder gegeben:
Denny erzählt mir von seiner sechsjährigen Tochter, die ihm nach einem Besuch im Rettungs-Camp ganz stolz sagt, dass sie Tierärztin werden möchte. Denn dann könne sie ihrem Vater bei der Arbeit im Camp helfen. Denny hat Tränen in den Augen. Dann erzählt Denny über die Situation des Rettungs-Camps. Immer mehr kleine Orang-Utan-Waisen kämen wegen der Abholzung ins Camp. Die Anzahl der Orang-Utans auf der Quarantäne-Auswilderung-Insel wäre viel zu hoch. Es fehlten weitere Inseln – und vor allem würden dringend weitere, geschützte Regenwaldflächen für die Auswilderung fehlen. Ich spüre Denny seinen Kloß im Hals an, als er sagt, dass doch nur „die Schließung des Camps“ das Ziel der BOSF Arbeit sein könne. Denn nur die Schließung würde bedeuten, dass genügend Regenwald für alle frei lebenden Orang-Utans vorhanden wäre und keiner dieser liebevollen Waldmenschen mehr getötet würde. Für den Staat aber sei die Lösung des Problems nicht der Stopp der Abholzung, sondern die Beteiligung an der Finanzierung für das Rettungs-Camp; also das Rettungs-Camp selbst.
Denny schaut mich traurig an und sagt: „Erzählt das alles in euerer Heimat weiter“. 

Fortsetzung mit „Reflexion zu einer so außergewöhnlichen Reise mit außergewöhnlichen Begegnungen“ folgt. 

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