Bennis Reisetagebuch: Besuch bei den Dayaks (Teil 4)

Freitag, 29. April: Gut geschlafen im Longhouse – Gründung Schulpartnerschaft mit Grundschule Strassenhaus (Kreis Neuwied) – Wir pflanzen einen Baum – Abschied von Tembak – Überraschung in Eintang

Gegen 06.00 Uhr werden wir wach. Benni hat im Longhouse besser geschlafen als im Hotel und ist gut drauf. Alle freuen sich auf frischen Kaffee. Die Dayaks bringen das Frühstück auf die Holzdielen. Es gibt – wie jeden Morgen – nur Herzhaftes (auch Hühnchen mit Currysoße) und nichts Süsses.
Kinder mit ihren Mopeds durchfahren das Eingangstor. Einen Führerschein braucht man nicht wirklich. Diesen kann man wie eine Lizenz kaufen.

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Gegen 08.00 Uhr fahren wir zur Primary School (Grundschule) von Tembak; denn wir werden eine weitere Schulpartnerschaft ins Leben rufen.

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Die Schüler/innen (Klasse 1 bis 4) versammeln sich im größten Klassenraum der Schule und schauen neugierig, wer sie da besucht und warum? Wir erläutern Bennis Projekt. Willie übersetzt in die indonesische Sprache, auch jeden Satz des Trickfilms „Henry rettet den Regenwald“.

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Es kommt wohl selten vor im Dayak-Dorf, dass ihre Schule Besuch hat von so weit her. Alle folgen gespannt und sehr aufmerksam dem Trickfilm.
„Nein“, einen Orang-Utan hätten sie noch nicht gesehen, antworten sie auf unsere Frage.

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Lehrer/innen fühlen sich geehrt, als wir ihnen am Ende einen Button mit der Aufschrift „Together We Will Save The Orang-Utan“ überreichen.

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Auch jedes der Kinder erhält einen Button. Man spürt, wie stolz sie sind auf diese Wertschätzung.

Dann kommt der feierliche Moment. Mit diesem Foto grüßt die Grundschule Tembak alle Schüler/innen und alle Lehrer/innen der Grundschule Strassenhaus im Kreis Neuwied (Schulleitung Melanie Freiholz, Stv. Schulleiter Oliver Kren  und freut sich über die Gründung ihrer Indonesisch-Deutschen Schulpartnerschaft. „Lasst uns was klar machen!“

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Im Februar haben das Team Benni „Projekt und Trickfilm“ in der Grundschule Strassenhaus vorgestellt. Man war gleichermaßen begeistert und betroffen und alle haben gesagt: „Wir möchten Benni und Henry helfen und uns der „Affen-Menschen-Kette“ anschließen.
Herzlichen Gruß nach Strassenhaus und ganz lieben Dank. Das sagen Benni und seine Familie.
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Wir verabschieden uns und man winkt Benni und uns noch lange Zeit hinter her. Willie gibt Order, nochmals zur Öl-Gewinnungs-Fabrik zu fahren.

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Dort angekommen, wissen wir warum und welche Bestimmung die von Sintang mitgereisten vier Jungbäume haben sollen. Jeder von uns darf einen Baum direkt neben die Fabrik pflanzen. Wir fühlen uns sehr geehrt. Es bedeutet auch, dass wir wieder kommen müssen.

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Dann wird gepackt und alles verstaut, denn in wenigen Minuten treten wir die Rückreise an.

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Nach dem Foto herzliche Umarmungen; so, als würde man sich schon seit langer Zeit kennen, hätte sich seit langer Zeit mal wieder gesehen und würde sich für lange Zeit nicht mehr begegnen.
Kurz vor der Abreise holt Willie noch mal alle zusammen und wendet sich an Benni. Die folgenden Minuten bewegen uns sehr. Wir müssen weinen, als Willie einen Brief von Jessy, einer Betreuerin im Orang-Utan Camp und welche wir tags zuvor kennen gelernt haben, vorliest.
Der Text so persönlich und ein solch großes Geschenk, dass wir diesen für uns behalten möchten. Dem Brief ist ein Geldbetrag beigefügt, welcher dem Monatsgehalt von Jessy entspricht. Benni möge das Geld für sein Projekt einsetzen. Uns fehlen die Worte.

Mit dem Gefühl großer Berührtheit und Demut verlassen wir das Dayak-Dorf. Keiner sagt ein Wort.

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Ohne Panne schaffen wir es über die Behelfsbrücke und den Weg zu unserm Auto auf die andere Seite der eingestürzten Brücke. Das Gepäck wird umgeladen. In dem kleinen Laden versorgen wir uns mit Wasser und begeben uns auf die rund zweistündige Fahrt nach Sintang. Unterwegs sagt Willie zu Benni: „Ich bin so stolz auf dich, dass du es bis nach Indonesien und dann auch noch in das Dayak-Dorf geschafft hast. In Sintang möchte ich dich mit einer Überraschung belohnen“.

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Wieder bei Pastor Maessen und im Orang.Utan Center angekommen, verschwindet Willie für eine halbe Stunde und kommt auf einmal mit dem kleinen Boy an der Hand zu Benni.

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Tage und Momente in unserem Leben, die wir nie mehr vergessen werden. Danke.

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